Da es in absehbarer Zeit keine Zeitzeugen mehr geben wird, erhalten Gedenkstätten eine immer größere Bedeutung. Es besteht die Sorge des Vergessens, vor allem bei jüngeren Generationen. Vergessen hat zur Folge, dass Werte wie Toleranz sowie die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen dem Bedürfnis weichen, sich innerhalb einer Gesellschaft abzugrenzen und andere Menschen auszugrenzen. Noch dazu, alldieweil es politische Vertreter gibt, die auch junge Menschen mit genau dieser Botschaft erreichen wollen.

Erinnern statt vergessen

Das Bedürfnis, sich mit der Judenverfolgung aber auch mit aktuellen Themen wie Fremdenfeindlichkeit auseinanderzusetzen, ist bei Jugendlichen spürbar. Das zeigen auch die Gedenkstättenfahrten der Abenteuerkiste, die innerhalb und außerhalb des Vereins auf ein großes Echo stoßen. Jugendliche schätzen vor allem das freiwillige Format, in dem die Fahrt angeboten wird. In Gesprächen mit ihnen äußern sie zugleich, dass schulische Angebote in diesem Kontext nicht ihren Bedürfnissen nach einer persönlichen und freiwilligen Auseinandersetzung gerecht werden.

Der Abenteuerkiste geht es darum, das Thema der Judenverfolgung und die Auseinandersetzung mit dem NS-Regime in die Vereinsarbeit dauerhaft zu implementieren. Mit Unterstützung aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW realisieren wir seit 2016 einmal jährlich eine viertägige Fahrt mit Jugendlichen. Um anhand der Eindrücke und Erfahrungen mit anderen Jugendlichen innerhalb und außerhalb des Vereins ins Gespräch zu kommen, werden wechselnde Akzente bei der Aufarbeitung der jeweiligen Fahrt gesetzt.