Die Mädchen und Jungen, die an Gruppentischen in einem Klassenraum der Anne-Frank-Schule Platz genommen haben, folgen gespannt den Ausführungen von Anna-Greta Eilert und Dorina Höhn. Die beiden Sprachlernbegleiter der Abenteuerkiste üben mit den Kindern Deutsch, erklären die Bedeutung von Wörtern, stellen Schreibaufgaben oder unterhalten sich über Alltagssituation. Eine Woche lang machen die beiden Pädagoginnen die Kinder zusätzlich fit in einer Sprache, die für viele der Sechs- bis Zwölfjährigen bis vor kurzem noch unbekannt war. Bei ihnen handelt es sich um geflüchtete Kinder. Mit dem Programm „FIT in Deutsch“ legen sie Extraschichten außerhalb des regulären Schulunterrichtes ein. Während der Ferien und angebunden an die Ferienkiste.

„FIT in Deutsch“ ist ein vom Land NRW entwickeltes und weitgehend finanziertes Ferien-Intensiv-Training. Ziel ist die Förderung der deutschen Sprache. Zielgruppe sind zugewanderte Kindern und Jugendliche.

25 Mädchen und Jungen beteiligen sich an dieser in Greven zum ersten Mal durchgeführten Maßnahme. Die Nachfrage war noch deutlich höher. Fast noch einmal so viele Kinder hätten gerne teilgenommen. „Das große Interesse hat uns überrascht“, erklärt Beate Tenhaken. Bei ihrem Besuch der Klasse spricht die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Stadt Greven von einem „gelungenen Versuch“.

Einige der Kinder leben bereits seit drei Jahren in Greven, einige erst seit drei Monaten. Entsprechend unterschiedlich sind die sprachlichen Voraussetzungen, mit denen die beiden Sprachlernbegleiter konfrontiert werden. Anna-Greta Eilert und Dorina Höhn, die als langjährige  Team- und Wochenleiter der Ferienkiste über einen großen Erfahrungsschatz verfügen, gelingt es offenbar, die Kinder für das Lernen der Sprache zu begeistern. „Die spielerische Auseinandersetzung mit den Lerninhalten kommt gut an“, findet Claudia Niemeyer vom Fachdienst Integration bei der Stadt.

In dem Projekt „FIT in Deutsch“ steckt viel Schule, aber eben nicht nur. Ihre Pausen verbringen die Ferien-Schüler zusammen mit den Ferienkistenkindern in der benachbarten Mühlenbach-Halle. Ein Mehrgewinn, den Beate Tenhaken besonders hervorhebt. „Die Verknüpfung zu bestehenden Angeboten war uns besonders wichtig. Wir wollen Synergien nutzen.“ Dass sich die Ferienkiste als Rahmen für das neue Angebot prima eignet, findet auch Mara Book von der Abenteuerkiste. „Die Kinder verbringen die Mittagspause gemeinsam und spielen miteinander. Das klappt sehr gut.“